“Blicke genügten!” Thomas Schaaf begeistert bei Lesung unseres Fördervereins in Soltau
“Blicke genügten!” Thomas Schaaf begeistert bei Lesung unseres Fördervereins in Soltau
H-P Gutzeit
Am 18. Februar 2026Förderverein des SC Tewel holt Thomas Schaaf nach Soltau (Böhme-Zeitung v. 4.2.26)
VON BJARNE KÄMMER
„Kutzop, den kannst du nachts um drei wecken, der trifft und schläft weiter“, sagte Thomas Schaaf – und schaute dabei an die Decke, versunken in Erinnerungen an das Spiel gegen den FC Bayern und die darauffolgende Vizemeisterschaft 1986, In Erinnerungen schwelgen am Freitag 31.Januar auch die rund 350 Zuschauer in der Aula des Gymnasiums
Soltau, die zur Lesung seiner Biografie gekommen waren.
Die Bühne war prunkvoll geschmückt: Meisterschale und Pokal, dazu zweı Flutlichtmasten, die an das Weserstadion erinnerten. Die Lesung war wie eine Talkshow inszeniert. Schaaf stellte
gemeinsam mit Daniel Cottäus, Chefreporter der DeichStube, das Werk “Thomas Schaaf – die Biografie” vor. Moderiert wurde der Abend von Timo Strömer, Redaktionsleiter der DeichStube.
Mit vielen Anekdoten begeisterte Schaaf das Publikum – und sorgte regelmäßig für Gelächter.
So berichtete er von der Asien-Reise nach der knapp verpassten Meisterschaft 1986, die in einem legendären Abend endete. Trainer Otto Rehhagel habe daraufhin nachts um vier das Hotelzimmer verlassen, weil sich sogar ein Spieler in sein Zimmer verirrt und betrunken auf sein Bett geworfen habe. ,Otto war darüber gar nicht begeistert’, erzählte Schaaf
Gleichzeitig sei es aber genau dieser Abend gewesen, der die Mannschaft so zusammengeschweißt habe, dass Werder Bremen 1988 schließlich die Meisterschalt holte. Als Trainer habe er später immer gewusst, welcher Spieler wann und wo feiern gewesen sei: „Ich musste nie etwas sagen – Blicke haben gereicht.“
Auch die Double-Saison 2004 kam zur Sprache. Trotz Meisterschaft und Pokalsieg sei für ihn die Feier früh beendet gewesen.
‚„Um 24 Uhr war ich zu Hause. Am nächsten Tag hatte meine Tochter ein Korbballspiel in der Unihalle, und ich hatte ihr versprochen, dabei zu sein“, sagte Schaal, Mehrfach dankte er seiner Familie für die Unterstützung, Mit einem Augenzwinkern ergänzte er: „Außerdem habe ich ja aus China gelernt: Man muss rechtzeitig weg sein, sonst liegt einer bei dir im Bett.“
Zwischendurch las Cottäus Passagen aus dem Buch, zudem wurden Videoeinspieler mit Fotos und Filmsequenzen gezeigt. Auch frühere Weggefährten wie Per Mertesacker, Rudi Völler und Miro Klose meldeten sich zu Wort. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Förderverein SC Tewel Jugendinitiative. Hans-Peter Gutzeit, der Schaaf federführend nach Soltau geholt hatte, zeigte sich sehr zufrieden. “Den Menschen Thomas Schaaf mit diesem Tiefgang kennenzulernen und Einblicke in die Arbeit am Buch zubekommen, war sehr beeindruckend”, sagte er.
Neben den vielen schönen Erinnerungen sprach Schaaf auch offen überschwere Zeiten, etwa über den Tod seines Vaters und später seines Bruders, und darüber, wie seine Familie mit diesen Verlusten umgegangen ist. Schaaf verdient an dem Buch und den Lesungen kein Geld.
Sämtliche Einnahmen werden an den Verein Trauerland in Bremen gespendet, eine Organisation für trauernde Kinder und Jugendliche.
Zum obligatorischen Erinnerungsfoto stellen sich nach Ende der Lesung das Organisationsteam des Fördervereins mit den Protogonisten (vorne v.l.) Buchautor Daniel Cottäus und Werder-Legende Thomas Schaaf

